Donnerstag, 18. Juni 2015

[Buchrezension] Lothar von Seltmann - Annegret - die fremde Tochter

Annegret - die fremde Tochter-gebundene Ausgabe-

Inhalt:
Eiskalte Bürokratie in der DDR sorgt dafür, dass das kleine Baby Annegret seinen Eltern weggenommen und ins Heim gesteckt wird. Mit drei Jahren bekommt das Kind neue Eltern: Laura und Heinrich Kahle, die beide Christen sind. Schon früh spürt das Mädchen, wie schwer es in der DDR
ist, sich nicht dem Staat unterzuordnen und einfach mitzumachen. Gut, dass es Kurt gibt, ihren Schulfreund, und die Klassenlehrerin, Frau Kroll, die sich für sie einsetzt. Wenn nur nicht solche Wörter hinter Annegret hergerufen würden wie"Findelkind"! Annegret ist verwirrt. Sind denn Kahles nicht ihre Eltern? Eines Tages macht das Mädchen eine unerwartete Entdeckung ... Eine berührende Lebensgeschichte.

Meine Meinung:
Da ich zwar nicht in der Zeit und der Gegend der DDR gelebt habe, bin ich davon ein bisschen weit entfernt, interessiere mich aber trotzdem dafür. Vor allem auch, weil mein Chef aus der ehemaligen DDR kommt und immer wieder seine Geschichten erzählt.

Hier haben wir allerdings ein anderes Schicksal vorliegen. So bekommen wir die Möglichkeit zu erfahren, wie es gehandhabt wurde, wenn Kinder keine Eltern hatten.

Ich fand es wahnsinnig berührend die Geschichte von Annegret kennenlernen zu dürfen. Gerade anfangs hatte sie Glück, dass sie in einem Heim wohnen durfte, welches von Schwestern geführt wurde. So kam sie schon sehr früh mit dem Christentum in Berührung.

Die Folge daraus war natürlich, dass sie auch in eine christliche Familie adoptiert wurde. Wie schwer muss es sein, wenn man schon als kleines Kind immer wieder herumgeschoben wird. Umso schöner ist es, wenn man erkennt, dass man nun endlich eine Familie gefunden hat.

Was mich sehr berüht hat, ist die Stärke, die Annegret an den Tag gelegt hat. So konnte sie schon als Kind erkennen, dass ihr das System der DDR nicht gefällt. Sie zieht es durch und weiß es auch mit den Folgen zu leben. Sei es Ausgeschlossenheit in der Schule oder auch am Nachmittag, wenn ihre Schulkameraden mit den verschiedenen Jugendvereinigungen etwas unternehmen, sie aber nur einen Freund hat.

Diese Stärke zieht sich bis zum Schluss durch. Es kommen immer wieder Schicksalsschläge hinzu, die sie aber zu meistern weiß und das finde ich wirklich faszinierend.

Ich bedanke mich, dass ich dieses Buch lesen durfte und vor sage ich danke an diese starke Frau, die ihre Geschichte mit uns teilt und uns zeigt, wie es gehen kann.